Spielberichte

SWE-Mädels rocken die U20 Deutsche Meisterschaft

U20
DSC07327

Was für ein Ritt! Als frischgebackener Thüringenmeister und Vize-Regionalmeister Ost reiste das SWE Volley-Team am vergangenen Wochenende zur Deutschen Meisterschaft der U20 nach Lohne (Niedersachsen). Was wir beim Losfahren zwar leise ahnten, aber noch nicht wissen konnten: Wir reisten quasi im Paarlauf mit dem späteren Deutschen Meister aus Dresden an – die Staffel Ost hat dieses Jahr also ordentlich abgeliefert!

Freitag: Die große logistische Herausforderung

Der Start am Freitag glich einer logistischen Meisterleistung. Da in derselben Woche das Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin stattfand, machten sich Ramona und Finja am frühen Freitagmorgen auf den Weg in die Hauptstadt, um Flori, Hannah, Anouk, Stella, Milla und Fiona direkt vom Hotel abzuholen. Von dort ging es nonstop weiter Richtung Niedersachsen.

Während Trainer Meik mit dem Rest der Mannschaft aus Erfurt eine unkomplizierte und staufreie Anreise erlebte, verbrachte die „Berlin-Flotte“ gefühlt den gesamten Tag auf der Autobahn. Die Quittung: Megastau und ein verpasstes Abschlusstraining für die eine Hälfte des Teams. Nur der Erfurter Teil konnte die Halle schon vorab inspizieren.

Das Happy End des Tages folgte im super schönen Hotel in Cloppenburg (rund 25 Minuten von der Halle entfernt): Endlich wieder vereint, ging es zum verdienten Pizzaessen, gefolgt von einer intensiven Mannschaftsbesprechung inklusive Einzelgesprächen. Danach hieß es: Ab ins Bett!

Samstag: Die emotionale Achterbahnfahrt

Der Fehlstart

  • FT 1844 Freiburg – SWE Volleyteam | 2:1 (25:21, 21:25, 15:10) Die Nervosität war den Mädels im ersten Spiel deutlich anzumerken. Ungewohnte Fehler schlichen sich ein, und insgesamt fanden wir überhaupt nicht zu unserer Leistung. Gegen Freiburg war ein Sieg eigentlich fest eingeplant – der Fehlstart war perfekt.

Steigerung ohne Belohnung

  • SWE Volleyteam – NawaRo Straubing | 0:2 (13:25, 17:25) Im Duell der beiden Nachwuchs-Bundesligisten legten wir die Nervosität ab und spielten deutlich besser mit. Allerdings schlug Straubing extrem stark auf. Wir bekamen im K1 (Annahme-Angriff) Probleme und konnten am Netz nicht den nötigen Druck erzeugen.

Die Initialzündung im Hexenkessel

  • SWE Volleyteam – Schweriner SC | 2:1 (25:18, 16:25, 15:8) Mit dem Rücken zur Wand und gegen den ehemaligen Deutschen Meister aus Schwerin schien die Messe eigentlich gelesen. Doch genau jetzt passierte das kleine Volleyball-Wunder: Die Mädels spielten komplett befreit auf. Mit bärenstarken Aufschlägen und krachenden Angriffen setzten wir Schwerin so unter Druck, dass sich das Team in einen regelrechten Rausch spielte. Plötzlich blitzte das wahre Potenzial auf – gepaart mit purem Spaß und bedingungslosem Einsatz. Der 2:1-Überraschungssieg wurde jubelnd und tränenreich gefeiert. Platz 3 in der Gruppe und das Ticket für die Zwischenrunde waren gelöst!

Die Gala gegen den Favoriten

  • SWE Volleyteam – Volleyball Akademie Stuttgart | 2:0 (25:20, 26:24) Noch voller Adrenalin und mit völlig freiem Kopf trafen wir auf den nächsten Brocken: Stuttgart – ein Team, das fast komplett mit einer Zweitliga-Mannschaft antrat. Doch unsere Mädels ließen den Favoritinnen keine Chance und brachten sie schier zum Verzweifeln. Mit extremem Fokus und erneut brutalem Druck im Aufschlag holten wir uns beide Sätze jeweils im letzten Drittel. Retrospektiv vielleicht die beste Turnierleistung!

Damit war das Viertelfinale gebucht! Voller Stolz feierten das Team und das Trainergespann Meik/Ramona diesen verdienten, sensationellen Coup. Eine grandiose Bestätigung für die harte Arbeit aller Beteiligten.

Zum Abschluss des Tages gab es die nächste Belohnung: Der liebe Lars hatte zusammen mit Markus, Robo und Nancy Pizza für die ganze Truppe organisiert, die bei der Ankunft im Hotel bereitstand.

    Sonntag: Der Kampf um die Medaillen und der Akku-Ausfall

    Nach wenig Schlaf stand am Sonntagmorgen um 9:00 Uhr das Viertelfinale auf dem Programm. Der Gegner: SC Potsdam. Wie sich später herausstellte, spielten wir hier gegen den späteren Vize-Meister direkt um eine Medaille.

    • SWE Volleyteam – SC Potsdam | 0:2 (23:25, 22:25) Die Mädels schalteten sofort wieder in den Kampfmodus. In beiden Sätzen führten wir bis kurz vor Schluss mit 3 bzw. 4 Punkten! Doch Potsdam zeigte in der Crunchtime seine Klasse im Aufschlag und drehte die Sätze hauchdünn.

    Natürlich hingen die Köpfe nach diesem dramatischen Aus tief. Doch das Trainerteam stellte sofort klar: Dazu gab es absolut keinen Grund! Auf der anderen Seite stand eine eingespielte Zweitliga-Truppe – während unser Team größtenteils aus Spielerinnen besteht, die in der Regionalliga gerade erst Fuß fassen.

    Das bittere Ende

    Die letzten beiden Platzierungsspiele gegen den Schweriner SC (0:2) und Hamburg (0:2) sind schnell erzählt. Hier war die Luft nun raus. Bei der Hälfte der Mädels steckte die extreme Doppelbelastung mit dem Bundesfinale in Berlin verständlicherweise tief in den Knochen.

    Fazit: Ein historischer Erfolg für den Verein!

    Auch wenn die Enttäuschung direkt nach dem Abpfiff kurz überwog: Am Ende steht ein überragender 8. Platz bei einer Deutschen Meisterschaft!

    Wenn man bedenkt, dass wir in den Vorjahren mit den Plätzen 15 und 16 nach Hause fuhren oder uns gar nicht erst qualifizieren konnten, ist dieses Ergebnis ein riesiger Meilenstein für das Team und das SWE Volley-Team. Wir haben gezeigt, dass wir mit den großen Bundesligisten Deutschlands nicht nur mithalten, sondern sie auch schlagen können.

    Herzlichen Glückwunsch an die Mädels und danke an alle Trainer, Betreuer, Eltern und mitgereisten Unterstützer! Wir sind stolz auf euch!