Drittes Saisonspiel führte nach Jena
Nach zwei Siegen zum Saisonauftakt stand für unsere junge Mannschaft am dritten Spieltag der Volleyball-Regionalliga eine besondere Herausforderung auf dem Programm: die Auswärtsfahrt zum Drittligaabsteiger nach Jena.
Die Vorbereitung auf die Partie war alles andere als optimal. Eine von zahlreichen Krankheitsfällen geprägte Woche sorgte dafür, dass die Mannschaft den Spieltag nur in reduzierter Besetzung bestreiten konnte. Auch die Spielerinnen, die auf dem Feld standen, waren körperlich nicht bei 100 Prozent. Entsprechend schwierig war die Ausgangslage gegen eine erfahrene und sehr stabil auftretende Jenaer Mannschaft.
Von Beginn an zeigte sich, dass Jena die Partie kontrollieren wollte. Dennoch gab es immer wieder Phasen, in denen unsere Mannschaft gut mithalten konnte und mit starken Aktionen zeigte, dass sie sich keineswegs kampflos geschlagen geben wollte. Gute Spielzüge und sehenswerte Aktionen wechselten sich allerdings mit Phasen ab, in denen sich zu viele Eigenfehler einschlichen. Gleichzeitig stellte die stabile Block-Abwehr der Gastgeberinnen unsere Angreiferinnen immer wieder vor große Herausforderungen. Es war schwierig, konsequent durchzukommen und die eigenen Chancen in Punkte umzumünzen.
Trotz
wiederholtem Aufbäumen, getragen von den mitgereisten Familien und
Freunden, gelang es nicht, die Jenaerinnen dauerhaft unter Druck zu
setzen. Immer wieder konnte sich die erfahrene Mannschaft aus Jena
absetzen und die eigenen Vorsprünge am Ende der Sätze behaupten. So
stand nach drei Sätzen eine 0:3-Niederlage aus unserer Sicht auf der
Anzeigetafel.
MVP wurde erneut unsere Libera Coco Rabe,
die unsere Mannschaft immer wieder mit spektakulären Abwehraktionen
im Spiel hielt.
Am Ende geht der Sieg verdient an eine sehr stabile Jenaer Mannschaft, die damit ihre Position an der Tabellenspitze weiter festigt.
Viel Zeit zum Durchatmen blieb allerdings nicht: Bereits am nächsten Tag wartete die nächste Herausforderung. Vor heimischem Publikum ging es gegen den Tabellenzweiten aus Görlitz – und damit direkt gegen den nächsten starken Gegner.
Mit Kampfgeist zum Heimsieg gegen den Tabellenzweiten
Nur einen Tag nach der schwierigen Auswärtspartie beim Drittligaabsteiger in Jena stand für unsere junge Mannschaft bereits die nächste Herausforderung auf dem Programm. Im heimischen Sportgymnasium wartete mit dem Tabellenzweiten aus Görlitz erneut ein erfahrener und spielstarker Gegner.
Die Vorzeichen waren weiterhin angespannt. Nach der deutlichen Niederlage in Jena galt es, die Erfahrungen vom Vortag abzuhaken und gegen Görlitz von Beginn an wieder mutig aufzutreten trotz weiterhin angespannter personeller Situation.
Und das gelang eindrucksvoll: Erfurt erwischte einen starken Start. Mit viel Druck im Aufschlag wurde die Görlitzer Annahme immer wieder vor Probleme gestellt. Gleichzeitig funktionierte die eigene Block-Abwehr sehr gut, sodass viele Angriffe der Gäste entschärft werden konnten. Erfurt spielte konsequent und druckvoll und setzte sich im ersten Satz deutlich durch.
Im zweiten Satz drehte sich das Bild allerdings komplett. Nun war es Görlitz, das mit druckvollen Aufschlägen die Erfurter Annahme immer wieder unter Druck setzte. Dadurch fand die Heimmannschaft nur schwer ins eigene Spiel und konnte nicht an die Leistung aus dem ersten Satz anknüpfen. Görlitz nutzte die Schwierigkeiten konsequent aus und entschied den zweiten Durchgang deutlich für sich.
Der dritte Satz entwickelte sich anschließend zu einem echten Krimi. Beide Mannschaften hatten immer wieder Phasen, in denen sie mehrere Punkte in Folge erzielen konnten, ehe die jeweils andere Seite wieder mit guten Aktionen antwortete. Vor allem in der Abwehr wurde um jeden Ball gekämpft. Viele lange und intensive Ballwechsel sorgten für eine hochklassige und spannende Partie. Keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen und so ging es Punkt für Punkt in die Verlängerung. Am Ende hatte Görlitz das etwas bessere Ende für sich und entschied den Satz denkbar knapp mit 31:29.
Auch im vierten Satz blieb die Partie lange vollkommen ausgeglichen. Wieder entwickelten sich zahlreiche lange Rallies, in denen beide Teams mit großem Einsatz um jeden Punkt kämpften. Gegen Ende schlichen sich auf Erfurter Seite jedoch einige kleinere Unkonzentriertheiten ein, die Görlitz nutzen konnte. Beim Stand von 21:24 standen plötzlich drei Matchbälle für die Gäste auf der Anzeigetafel.
Doch statt
den Satz verloren zu geben, legte Erfurt noch einmal alles in die
Waagschale. Die Mannschaft blieb mutig, kämpfte um jeden Ball und
schaffte tatsächlich die Wende. Punkt für Punkt wurde der Rückstand
aufgeholt – und am Ende konnte Erfurt den Satz stark noch mit 27:25
für sich entscheiden.
Im entscheidenden fünften Satz
blieb das Spiel zunächst weiterhin ausgeglichen. Beide Mannschaften
schenkten sich nichts, bis sich Görlitz beim Stand von 9:11 aus
Erfurter Sicht noch einmal leicht absetzen konnte. Doch auch dieser
Rückstand erwies sich letztlich als Wachmacher. Erfurt schaltete
noch einmal einen Gang hoch und ließ in der entscheidenden Phase
keinen Zweifel mehr daran aufkommen, dass der Sieg in der heimischen
Halle bleiben sollte. Mit großem Kampfgeist, konzentriertem Spiel
und viel Energie drehte die Mannschaft den Tie-Break und entschied
ihn mit 15:12 für sich.
Damit feiert Erfurt einen umkämpften 3:2-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten aus Görlitz. MVP wurde wie beim Tiebreak-Sieg in Sonneberg unsere Kapitänin Finja Nitschke, die immer wieder am Aufschlag und im Angriff mit viel Verantwortung voran ging.
Vor allem die mentale Leistung der jungen Mannschaft verdient dabei besondere Anerkennung. Nach einer von vielen Krankheitsfällen geprägten Woche, einem personell schwierigen Spieltag und der deutlichen Niederlage am Vortag gelang es der Mannschaft, sich innerhalb kürzester Zeit wieder aufzurichten. Gegen einen starken und erfahrenen Gegner kämpfte sich das Team nach einem 1:2-Satzrückstand und drei Matchbällen gegen sich zurück und belohnte sich am Ende mit einem Heimsieg.
Fotos: Rebekka Schneider